Florstadt-Staden, Kirche

   
   

   
   
Fotos und Text: © Christoph Brückner


Florstadt-Staden / Wetteraukreis / Oberhessen.
Staden besitzt noch die 1. Orgel von 1837 im Originalzustand. Kirche und Orgel wurden zusammen am 22.10.1837 eingeweiht. Erbauer des romantischen Kleinodes ist Friedrich Wilhelm BERNHARD (1804-1861) aus Romrod bei Alsfeld. Der Vertrag ist datiert vom 14.10.1834.
Eine ursprüngliche geplante Trompete 8 wurde nicht gebaut, dafür Gedackt 8 aus Holzpfeifen und Innenlabien. Absolute Raritäten sind die beiden Register mit durchschlagenden Zungen: Krummhorn 8 und Posaune 16. Die konservativen Benennungen sind allerdings etwas irreführend. Mit barocken Klangvorstellungen haben diese Register mit eindeutig romantischem Charme absolut nichts zu tun.
Krummhorn erinnert vielmehr an den Klang einer Mundharmonika bzw. Klarinette, Posaune klingt wie ein feiner Dulzian.
Bewusst ist das II. Manual als dynamisches Echoklavier konzipiert und enthält nur Register der 8 und 4 Lage. Dagegen ist das I. Manual als Hauptwerk vollständig von 16 bis 2 angelegt, samt Mixtur auf 2 2/3' mit dem Terzchor 1 3/5 im Diskant. Dementsprechend bewusst sind die insgesamt 17 klingenden Registern (neben 2 Koppeln) verteilt:
I. Manual : 9 Hauptwerk mit forte Registern
II. Manual : 5 Echowerk mit piano Registern
Pedal : 3 Bassgrundierung
 
   
Die Orgel ist vollständig original erhalten. Lediglich 1877 wurde Salicional 8´ vom I. ins II. Manual versetzt. Dafür wurde das II. Manual mit Geigenprinzipal 8´ verstärkt. Florstadt-Staden besitzt eine romantische Denkmalorgel 1. Ranges.
Nicht nur die schönen solistischen Flötenregister, auch die intimen Zungenregister machen verleihen diesem Instrument den typisch romantischen weichen Charme. Aufgrund der regelmäßig nachweisbaren Reinigungen und Wartungen im Sinne einer Substanzerhaltung (dokumentiert in 1866, 1962, 1977) ist die Orgel in einem erfreulichen Zustand. Somit zählt dieses Instrument zu den seltenen wunderbaren Garanten der romantischen Ära, die infolge der Überbewertung der Barockepoche leider lange Zeit völlig unterschätzt, um nicht zu sagen schlecht geredet wurden.
Die Disposition:
   
Hauptwerk:
Bordun 16
Prinzipal 8
Gedackt 8
Flöte 8
Gamba 8
Salicional 8
Octave 4
Octave 2
Mixtur
Nebenwerk:
Geigenprincipal 8
Liebl. Gedackt 8
Prinzipal 4
Flöte 4
Krummhorn 8
Pedal:
Subbaß 16
Principalbass 8
Posaune 16
MK II-I PK I-P
   
   

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